. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . archiv/ texte und aufrufe/ 17.03.2001
17.03.2001
aufruf zum infostand/ straßentheater
[freiheit für alle politischen gefangenen]
Freiheit für alle politischen Gefangen! Weltweit!
Vor einigen Monaten brach ein neues Jahrtausend an. Viele Menschen dieser Welt verbinden mit diesem Beginn Hoffnung und Sehnsüchte. Sie haben die Sehnsucht nach einer besseren Welt in der kein Mensch wegen seiner Herkunft, Hautfarbe, Religion, seiner Anschauung und/oder seines Geschlechtes diskriminiert, verfolgt, inhaftiert, gefoltert und/oder ermordet wird. Das was sie einfordern sind die seit langem schon auf dem Papier fixierten Menschenrechte! Sie haben die Hoffnung auf ein menschenwürdiges und freies Leben für alle noch nicht begraben!
Doch die Realität ist weit davon entfernt. Dort wo sich Menschen politisch aktiv an der Umsetzung dieser Hoffnung und Sehnsüchte beteiligen, ist die Repression des Staates nicht weit. Sei es nun in Süd-, Mittel- oder Nordamerika; in afrikanischen, asiatischen oder europäischen Ländern oder in Australien, überall auf dieser Welt werden Menschen die gegen Unterdrückung kämpfen kriminalisiert, inhaftiert, gefoltert und getötet. Dabei unterscheiden sich zwar etwas die Formen der Repressionen eines „demokratischen“ von einem diktatorischen Staat, aber die Ziele sind die Selben. Sie sollen die Einheit und Entschlossenheit der Kämpfe zersplittern, die diese für eine Gesellschaft fechten, in der die freie Entfaltung des Individuums Bedingung für die freie Entfaltung aller ist.
Dazu werden Einzelne aus revolutionären oder oppositionellen Bewegungen gerissen und in Knäste gesperrt. Sie sind dort dem jeweiligen Staatsapparat schutzlos ausgeliefert und werden von ihm psychisch und physisch misshandelt, bis hin zu ihrer totalen Vernichtung. Das letzte Mittel, das die politischen Gefangenen noch besitzen, ist ihr Körper, mit dem sie sich durch einen Hungerstreik gegen staatlichen Terror wehren bzw. öffentlich auf ihre Lage aufmerksam machen können. Und überall auf der Welt reagieren die HERRschenden nach dem selben menschenverachtenden Muster auf diese letzte Möglichkeit. Sie diffamieren die Menschen als Terroristen und Wahnsinnige, unterstellen ihnen Gefängnisrevolten, leiten Zwangs-ernährungen ein und verschärfen (die sowieso schon verschärften) Haftbedingungen. Ob „Demokratie“ oder Diktatur, wenn es um politische Gefangene geht, treten sie beide Menschenrechte mit Füssen. Ihre Methoden werden im technokratischer.
Als deutscher „Exportschlager“ entwickelt sich der Isolationsknast Marke Stammheim. Erstmals an den Gefangenen der RAF erprobt, wird dieses Werk deutscher Gründlichkeit und Perfektion heute in vielen Ländern der Welt eingeführt. Isolationsknäste sind nicht einfach nur Bauten, sondern sie sind eher als eine Art Handlungsrichtlinie für die „Handhabung“ politischer Gefangener zu sehen. Ihnen sollen mit Möglichkeit jeder Kontakt außerhalb und innerhalb des Gefängnisses und jede Form von Reizwahrnehmung verwehrt werden, d.h. sie befinden sich etwa 23 Std. des Tages in ihren schalldichten, neonbeleuchteten, kleinen, kahlen Einzelzelle. Betroffene Menschen beschrieben diese Form, als das Schrecklichste, was mensch sich vorstellen kann, als ein Zustand zwischen Leben und Tod. Weltweit fordern Menschenrechtsgruppen die Ächtung dieser Knäste, denn sie sind einfach nur staatlich durchgeführte Folter!
Mit unserer Veranstaltung wollen wir auf den 18. März verweisen. Er ist der internationale Tag der politischen Gefangenen. Wir wollen den politischen Gefangenen der ganzen Welt unsere Verbundenheit und Solidarität ausdrücken und ihnen zeigen, dass sie nicht vergessen sind. Wir unterstützen sie in ihren Forderungen und wollen auf ihre Situation aufmerksam machen.
Kapitalismus ist Unterdrückung
und nicht das Ende der Fahnenstange!
Freiheit für alle politischen Gefangenen- Weltweit!
Weg mit der Todesstrafe,
den unmenschlichen Isoknästen und Abschiebung!
Für die Abschaffung aller Staatsschutzparagrafen-
Weg mit § 129 + 129a!
Für eine HERRschaftsfreie Welt,
ohne Unterdrückung und Ausbeutung!
Fight the Power!
autonome antifa schwerin [10/03/01]
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