. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . archiv/ texte und aufrufe/ 21.04.2001
21.04.2001
aufuf gegen naziaufmarsch in ludwigslust
[keinen fußbreit den faschisten]
Keinen Fußbreit den Faschisten!
Kein Naziaufmarsch in Ludwigslust und anderswo!
Unter dem Motto „Meinungsfreiheit“ planen die freien Nationalisten aus M/V, Hamburg und Schleswig-Holstein für den 21. April 2001 eine Demonstration in Ludwigslust. Dies würde den inzwischen fünften Naziaufmarsch im letzten halben Jahr in M/V nach Gadebusch, Greifswald und Parchim bedeuten und die Nationalisten sogar zum zweiten Mal nach Ludwigslust führen. Als Anmelder fungiert, der Mitherausgeber der rechtsextremistischen Propagandazeitschrift „Zentralorgan“ und Ludwigsluster Nazikader Klaus Bärthel. Der über 60jährige Bärthel, der vor ein paar Jahren von Hamburg nach Ludwigslust gezogen ist, trat schon mehrmals als Anmelder für Naziveranstaltungen auf. Das „Zentralorgan“ ist Sprachrohr des rechtsextremistischen Aktionsbüros Norddeutschland, in dem sich neben den Hamburger Neonazi Cristian Worch und Thomas „Steiner“ Wulff weitere Kader der Norddeutschen Freien Kameradschaften zusammengeschlossen haben. Unter anderem Aktivisten der im August 2000 verbotenen Neonazigruppierung und gleichnamigen Postille „Hamburger Sturm“ und „Blood & Honour“. Durch das „Zentralorgan“ werden die Nazis mit Aktions,- und Konzertberichten sowie nationalsozialistischen Ideologien versorgt. Deshalb mußte auch Bärthel sich im Oktober letzten Jahres wegen Volksverhetzung vor Gericht verantworten. Erschien doch im Herbst 99 eine Ausgabe des ZO auf deren Titelseite „Juden Raus“ prangte. Weiterhin bietet das Aktionsbüro Norddeutschland den Zentralversand an ; in dem sich die Kameraden mit allerlei rassistischer, menschenverachtender und volksverhetzender Propaganda eindecken können. Inhaber des Versandes: Klaus Bärthel. Ludwigslust ist nicht zufällig Ausgangspunkt für Neonaziaktivitäten. Es existiert ein örtlicher NPD Kreisverband Ludwigslust mit Sitz in Boizenburg, der Verein „Freie Deutsche“ in Hagenow, (der auch den Naziaufmarsch am 24.Februar in Parchim anmeldete), sowie das „Braune Kreuz“ in Boizenburg, welches auf neofaschistischen Demonstrationen den Sanitätsdienst stellt. Im kleinen Dorf Amholz, eine halbe Autostunde von Ludwigslust entfernt, haben der Hamburger Neonazi Thomas "Steiner“ Wulff und der Lüneburger Neonazi Markus Grewe ein altes Gutshaus gekauft, welches zwar noch renovierungsbedürftig ist, jedoch den Nazis im ruhigen Hinterland in Zukunft als Tagungs- und Schulungszentrum a la Hetendorf dienen wird. Und auch die Stadt selber ist in Sachen rechtsradikalen Vorkommnissen nicht unbefleckt. So wurden in der Vergangenheit mehrfach KZ- Gedenkstätten in Ludwigslust und Wöbbelin geschändet. Die gewaltbereite Nazi- Skinhead Szene steht des öfteren in gewaltsamen Auseinandersetzungen mit den wenigen nicht-rechten oder linken Jugendlichen. Z.B. brannte im Herbst letzten Jahres am hellichten Tage ein Auto vor dem Ludwigsluster Asylbewerberheim in dessen direkter Umgebung sich auch mehrere Rechtsradikale aufhielten.
Wir sind nicht dazu bereit, daß Nazis erneut den Versuch starten, Nationalismus und rassistische Ideologie weiter zu etablieren und mit dem fadenscheinigen Motto: „Meinungsfreiheit“ auch noch Akzeptanz für ihre faschistische Hetze einfordern. Wir haben es satt, daß auf der einen Seite der "Aufstand der Anständigen" propagiert wird und auf der anderen Seite aktive AntifaschistInnen kriminalisiert werden, wie jüngst auf der letzten Nazidemo in Parchim, als etwa 20 Menschen im Vorfeld aufgrund ihrer bloßen Anwesenheit in Gewahrsam genommen wurden. Wir werden es uns auch nicht in der fast schon "national befreiten Zone" Ludwigslust nehmen lassen, unseren Widerstand gegen die FaschistInnen zu zeigen und die scheinheiligen StaatsantifaschistInnen zu entlarven.
Wir fordern alle Menschen auf sich kreativ und entschlossen an den Gegenaktivitäten zu beteiligen! Raus auf die Straße! Für einen anständigen Aufstand gegen faschistische Ideologie und geheuchelten Antifaschismus!
autonome antifa schwerin [10/04/01]
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
zum anfang.. zurück.. druckversion..