. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . archiv/ texte und aufrufe/ 24.02.2001
24.02.2001
aufuf gegen naziaufmarsch in parchim
[kreativ kraftvoll dezentral]
Den Naziaufmarsch verhindern!
Am Sonnabend, dem 24. Februar 2001 hat der noch nicht eingetragene Verein Freie Deutsche aus Hagenow eine Demonstration in Parchim/ Westmecklenburg angemeldet. Als Anmelder tritt ein gewisser Herr Witt in Erscheinung. Ihm gehört auch die Telefonnummer (0173/1550659), die im Internet auf der Seite des Freien Infotelefon Norddeutschlands unter dem Aufruf steht. Das Motto der Demonstration lautet "Gegen linke Gewalt und Faschismus- für Toleranz gegenüber Andersdenkenden!". Der Treffpunkt der Nazis ist der Bahnhof in Parchim von wo auch die Demonstration um 11.00 Uhr beginnen soll.
Seit 2 Jahren kommt es in Westmecklenburg vermehrt zu Nazi-aufmärschen. Die letzten waren am 23.9.00 in Gadebusch und am 8.10.00 in Ludwigslust. In diese Kontinuität reiht sich auch der Aufmarsch in Parchim ein. Eine Hauptursache für die Zunahme der Naziaktivitäten in dieser Region könnte das von Michael Grewe ("Führer" der Neonazis um Lüneburg mit Bruder Sven [führender Kopf der Hammerskins Nordmark] ) und Thomas "Steiner" Wulff (Hamburg; einer der Führer und strategischer Kopf der Freien Nationalisten) aufgekaufte Gutshaus Amholz/ Teldau bei Boizenburg sein. Hier planen die Neonazis der Freien Nationalisten die Errichtung eines Schulungs-, Tagungs- und Kommunikationszentrums im Stil von Hetendorf 13 (im Landkreis Celle gelegen, 19 Jahre im Besitz von Nazis, 1998 durch ständige Proteste verboten und dem Staat übertragen).
Durch die vermehrten Aufmärsche wollen sich die Neonazis ein ruhiges Hinterland verschaffen. Sie wollen Stärke und Macht suggerieren und sich als einzig wahre Vertreter des Volkes anpreisen. Sie brauchen eine Basis von der aus sie operieren können. Wenn Nazis erst einmal als "normal" angesehen werden, ist der Schritt zur rechten Dominanz im Stadtbild nicht mehr weit. Durch den aufgekommenen staatlichen Antifaschismus, der zwar neofaschistische Erscheinungen bekämpft, aber seine Ursachen bzw. Wurzeln beibehält und deshalb wirkungslos bleiben wird, fühlen sich die Nazis in die Enge getrieben. Es ist ein ad absurdum, dass sich gerade die Faschisten auf eine freie Meinungsäusserung berufen, während sie im selben Atemzug allen anderen Menschen diese verwehren. Mit ihren Aufmärschen treten sie dafür ein, dass ihre Meinung als eine von vielen anerkannt wird und sie deshalb legitim sei. Sie wollen für sich die Normalität beanspruchen. Aber sie sind weder "normal", noch ist ihre Meinung eine unter vielen oder gar legitim! Sie sind menschenverachtend und intolerant! Ihre Argumente heissen Terror, Gewalt und Mord!
Also laßt uns den Naziaufmarsch in Parchim
kreativ, kraftvoll und dezentral verhindern!!!
autonome antifa schwerin [06/02/01]
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